im Café Rix, in den historischen Räumen und „am Hof“ des Saalbau Neukölln. Seit 1990 steht dieses Café wieder in bester Tradition dieser Lokalität.

Um 1876, kurz nach der ersten deutschen Reichsgründung und ersten Ernennung Berlins zu dessen Hauptstadt, wurde hier in „Rixdorf“ der Grundstein zu „Niesigks Salon“, dem heutigen Saalbau gelegt.
Damals noch vor den Toren der Stadt – an der alten Fernstraße nach Dresden – war dies eine Pferdewechselstation, mit angeschlossener Gastronomie.
Durch das rasante Wachstum Berlins, wuchs auch Rixdorf und somit ebenso diese bauliche Anlage: bis ca. 1890 wurde Stück für Stück nach hinten erweitert. Somit entstanden diverse Räume und Säle für Anlässe und Festlichkeiten jeglicher Art, dekoriert mit neobarocken und Jugendstilelementen.

„In Rixdorf ist Musike…“ war damals ein bekannter Schlager und wies somit auf das Hauptgeschehen in dieser Gegend hin: Theater, Varieté, Kinos, Tanzpaläste, diverse Spielstätten schossen hier von der Hasenheide, dem Kottbuser Tor bis Rixdorf aus dem Boden und brachten nicht nur erwünschtes Volk herbei. Um den Ruf des Ortes aufzuwerten, wurde Rixdorf 1911, nunmehr schon selbst Großstadt, in „Neukölln“ umbenannt, und ab 1920 unter diesem Namen größter Bezirk des erweiterten „Groß-Berlin“.

Bis 1933 erlebte Berlin und somit auch Neukölln seine zumindest kulturelle Blüte. Der Saalbau wechselte dabei oft seine Besitzer und Namen, doch seine Funktion blieb im wesentlichen gleich.
In der „Nazi-Zeit“ allerdings wurde auch hier nach 1942 kurzfristig eine Sammelstelle von Gütern jüdischer und somit entrechteter und enteigneter Bürger eingerichtet. Nach dem 2. Weltkrieg – Neukölln und der Saalbau waren von Zerstörungen weitgehend verschont – ging der Betrieb weiter: als Kino, Tanzschule, Verwaltung, Volkshochschule, Veranstaltungssaal.

Nachdem 1961 der Bau der Mauer Neukölln in eine unattraktive Westberliner Stadtrandlage brachte, schloss der Saalbau aus wirtschaftlichen Gründen 1968 seine Pforten; nur im Vorderhaus arbeitete noch das Kunstamt Neukölln.
Dessen engagierter damaligen Leiterin, Frau Dr. Kolland, ist es zu verdanken, dass der inzwischen sehr verfallene Komplex nicht abgerissen, sondern unter finanziellem Aufwand von über 20 Millionen DM ab 1984 wieder aufgebaut, fast originalgetreu restauriert und in der heutigen Form und Nutzung 1990 wieder eröffnet wurde.
Der große Saal wurde mit modernster Technik ausgestattet, so dass Bälle, Theater, Konzerte, Tagungen, Feiern und diverse andere Veranstaltungen stattfinden können. Im oberen Saal (Studio) und Vorderhaus wurden kleinere Veranstaltungsräume sowie die Verwaltung des Saalbaus und des Kulturamtes untergebracht. Im früheren „Kleinen Saal“ eröffnete dann das Café Rix, nicht nur namentlich an Tradition und Ort anknüpfend. Seit dieser Zeit stellt der Saalbau mit dem Café Rix wieder ein weiteres wichtiges Angebot in „Rixdorf“ neben „Neuköllner Oper“, „Puppen-Theater-Museum“, „Passage-Kino“ und seit 2009 dem HEIMATHAFEN im selben Haus dar.

Voilá. Wir wünschen nun angenehmen Aufenthalt und Genuss nicht nur bei den dargebotenen Speisen und Getränken.